Erste Runde in NRW: 7. Sep. Club der Glashütte

Der local heroes Wettbewerb in Nordrhein Westfalen startet in diesem Jahr mit neuem Partner und neuem Club.


Die erste Vorrunde im diesjährigen Local Heroes NRW Bandcontest im Club der Glashütte (Glashüttenstr. 20) in Köln-Porz, es treten folgende Bands an:

Planisphere Instrumental-Rock aus Köln
Addictive Rock/Hardrock/Crossover aus Essen
Gravitude Bumsrock Wuppertal

Einlass: 20 Uhr
Beginn: 21 Uhr

Eintritt: 5,- Euro

Jens Höhner vom Rhein-Sieg-Anzeiger berichtet über die Entwicklung des Wettbewerbs und des Vereins:

Wenn am 7. September der Bandwettbewerb „Local Heroes“ eine Neuauflage erlebt, dann reisen die Musiker nicht mehr nach Much, sondern nach Köln-Porz. Dorthin haben die „Muchstock“-Macher den Wettstreit verlegt, vor allem aus Platzmangel.  

Einmal ist es so eng gewesen, dass Jörg Erkelenz nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurückkehren konnte. Er streckte die Arme aus, tauchte ein in die Zuschauermenge und ließ sich auf Händen von der Bühne zurück ans Mischpult tragen. „Ging nicht anders“, sagt der 34 Jahre alte Tontechniker und freut sich, dass er nun mehr Platz hat: Denn der Bandwettbewerb „Muchstock“ ist umgezogen und hat im Keller des Porzer Jugendzentrums „Glashütte“ eine neue Adresse gefunden. Zuvor spielten Musiker aus ganz Nordrhein-Westfalen in Much und dort in der „Soundbox“. „Zugelassen war die Location für gerade mal 50 Zuschauer“, blickt auch Stephan Bruns zurück. Er ist Vorsitzender des Ausrichtervereins, dem „Rockforum Muchstock“.

Vor etwas mehr als einem Jahr beschlossen die Macher, das Bergische Land zu verlassen und nach Köln umzusiedeln. Nach zwölf Jahren in Much, 200 Konzerten und mehr als 500 Bands gingen für „Muchstock“ in der „Soundbox“ die Scheinwerfer für immer aus, schon die Endrunde des jüngsten Wettbewerbs fand in Köln, jedoch im Stadtzentrum, statt. Jetzt also Porz. „Hier haben wir viel mehr Raum und sind auch viel besser zu erreichen“, betont der 29-jährige Bruns mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr. „In Much kamen die Leute nach den Konzerten nicht mehr weg.“ Zielgruppe der Wettbewerbskonzerte seien junge Musikfreunde bis Ende 20, sagt Bruns. „Und die haben nicht immer ein Auto zur Verfügung.“

Zudem ist „Muchstock“ nicht nur ein Wettbewerb für sich, sondern unter dem Titel „Local Heroes NRW“ seit vier Jahren eben auch der Landesentscheid für Deutschlands größten, nicht kommerziellen Musikerwettstreit. „Manche Bands haben also weite Wege vor sich, wenn sie bei uns auftreten wollen“, erklärt Erkelenz. Zwar bemühen sich die Veranstalter, immer Spritgeld zu zahlen, doch sinkende Besucherzahlen in Much machten das Geschäft zusätzlich schwer. Für das Finale mietete der Verein stets die Sülzberghalle an, die für jede Endrunde aufgerüstet werden musste: Sportboden raus, Konzertboden rein, dazu die gesamte Technik. „6000 Euro hat das jedes Mal gekostet“, erinnert sich Stephan Bruns. „Das konnten wir uns nicht mehr leisten.“ Bei allem Kalkül sei auch Wehmut im Spiel, versichert der Vereinschef beim Gedanken an die kuschelige „Soundbox“.

Anekdoten von dort kennt er viele, nicht nur die vom schwebenden Tontechniker Erkelenz. „Bei einer Band strippte die Sängerin plötzlich“, verrät Bruns. „Und sie ließ selbst den letzten Rest Stoff fallen.“ Gut sei das nicht gewesen: Viele Zuhörer an dem Abend waren noch grün hinter den Ohren. Und seine liebste Band aus all den Jahren? Bruns weiß es sofort. „Das waren Liquid Lightning aus Düsseldorf, die am Ende auch das Bundesfinale gewannen“, sagt der „Muchstocker“. „Mit der Band stehen wir heute noch in Kontakt.“

Suche nach neuem Namen

Knappe 100 Quadratmeter stehen ab sofort in der Porzer „Glashütte“ zur Verfügung, zugelassen ist der rechteckige Raum im Tiefgeschoss für exakt 199 Zuhörer. Zurzeit sind die beiden Männer mächtig im Stress: Sie richten alles her für eine neue „Muchstock“-Runde, die schon am Samstag, 7. September, über die Bühne geht.

Das Finale nach vier Vorrunden und dem Halbfinale soll bereits im Oktober steigen, das Bundesfinale ist für November geplant. 50 Gruppen werden bis dahin an der Glashüttenstraße 20 wohl auftreten. Stephan Bruns: „Hoffentlich nicht nur aus Paderborn und Bielefeld, sondern auch aus unserer neuen Nachbarschaft.“ Und in Kürze soll auch ein neuer Name für das Spektakel gefunden sein.